Nikon Super Coolscan 5000 ED im Test: Der Letzte seiner Art
Wer seine alten Fotoschätze hochwertig digitalisieren möchte, kommt nach unseren Tests um einen professionellen Filmscanner wie den Nikon Super Coolscan 5000 ED nicht herum. Bildqualität und Schnelligkeit sind seine großen Stärken. Aber: Das Modell verschwindet vom Markt.
Bei Analogfotografen ist er schon fast Kult, der Super Coolscan 5000 ED von Nikon. Kostete der Filmscanner zum Marktstart im Jahr 2003 noch 1.399 Euro, wird heute das Dreifache fällig. Die Preisentwicklung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der japanische Hersteller sowohl die Produktion als auch den Verkauf dieser Geräteklasse gestoppt hat, um sich voll auf Digitalkameras zu konzentrieren. FOTO DIGITAL hat den Super Coolscan 5000 ED vielleicht zum letzten Mal überhaupt getestet und verrät, was an diesem Klassiker so besonders ist.
Ausstattung
Als „erste Wahl für Profifotografen“ bezeichnete Nikon den Super Coolscan 5000 ED seinerzeit. Beim Blick auf die technischen Daten gibt es daran keine Zweifel: Der CCD-Sensor soll stolze 4.000 dpi aus den Vorlagen herausholen und die Signale an einen A/D-Wandler mit 16 Bit Farbtiefe pro Kanal weiterleiten. So ergibt sich bei einem Kleinbilddia eine überragende Auflösung von 20 Megapixeln. Letztlich hängt die erreichbare Auflösung von der Abbildungsleistung des eingebauten Nikkor – Objektivs sowie dem Autofokus ab.
Als Lichtquelle kommt eine vierteilige LEDZeile zum Einsatz. Mit an Bord sind außerdem zahlreiche Bildoptimierungsfeatures: die Staub- und Kratzerentfernung „ICE“, die Filmkornfehlerbeseitigung „GEM“, die Farbrestauration „ROC“, die Belichtungskorrektur „DDE“ sowie der „Scan Image Enhancer“ zur Farb-und Kontrastverbesserung. Im Lieferumfang sind neben dem Diaadapter MA-21 sowie dem Filmstreifenmodul SA-21 auch die Programme „Nikon Scan 4.0“, „Nikon View 6.0“ und „Adobe Photoshop Elements 2.0“ enthalten. Der Anschluss des Scanners an den Computer erfolgt über die USB-Schnittstelle.
Scanqualität
Die Scanqualität des 5000 ED befindet sich auf einem hohen Niveau. Die tatsächliche Auflösung des Nikon-Modells liegt gerade mal 100 dpi unter der Herstellerangabe – ein sensationeller Wert. Demnach werden sowohl Dias als auch Negative mit 3.900 Bildpunkten pro Zoll eingescannt. Auf diese Weise sind selbst kleinste Details zu erkennen. Ebenso überzeugend fielen die Farbabstufungen sowie der Kontrast- und Dichteumfang aus.

Mehr geht nicht: Ein Kleinbildnegativ landet mit 20 Megapixeln auf dem Rechner – dabei werden selbst die Waldstücke im Hintergrund scharf abgebildet
Wir empfehlen eine leistungsfähigere Scan-Software wie zum Beispiel „SilverFast“, da das mitgelieferte „Nikon Scan 4.0“ dem Scanner nicht gewachsen ist. „SilverFast“ bietet außerdem die Möglichkeit einer Kalibrierung. Die automatischen Korrekturfunktionen arbeiten einwandfrei und tragen zu einem besseren Bildergebnis bei. Vor allem die „ICE“-Technologie zur Entfernung von Fingerabdrücken, Kratzern und Staub durch Infrarotabtastung konnte überzeugen. Körnungen lassen sich per Mehrfachscan effektiv reduzieren. Der Autofokus leistet bei sauber gerahmten Dias und glatten Filmstreifen perfekte Arbeit.
Geschwindigkeit
Auch in puncto Scangeschwindigkeit hält Nikon Wort: Bilder sind in 20 Sekunden digitalisiert. Mit eingeschalteter Staub- und Kratzerentfernung dauert der Vorgang doppelt so lang. Der Zeitunterschied zwischen 2.000 und 4.000 dpi Auflösung ist nur marginal. Der Filmstreifeneinzug erfolgt automatisch. Wer große Sammlungen oder mehrere Dias automatisiert einscannen möchte, muss zum separat erhältlichen Slide-Feeder SF-210 greifen. Damit gelingen im Stapelmodus zwischen 60 und 70 Bilder pro Stunde.
Fazit
Nikon nimmt mit dem Super Coolscan 5000 ED nicht nur eine Führungsposition im Bereich der Filmscanner ein, sondern setzt Maßstäbe hinsichtlich Scanqualität und -geschwindigkeit. Wer seine Fotoschätze mit diesem Modell digitalisieren möchte, sollte allerdings schnell zugreifen. Derzeit gibt es nämlich nur noch Restbestände, die mit Preisen jenseits der 4.000 Euro sehr teuer sind. Für automatisierte Scans sind zusätzliche Adapter erforderlich. Dennoch kann die Konkurrenz dem Super Coolscan 5000 ED nicht das Wasser reichen, wie unsere Scanner-Kurztests (siehe “Weiterführende Links”) zeigen. Der Scanner hat das FOTO DIGITAL -Qualitätssiegel „Sehr gut“ verdient.
Experten-Infos
Der Test des Nikon Super Coolscan 5000 ED entstand in Zusammenarbeit mit ScanDig. Das in Unterhaching bei München ansässige Unternehmen bietet unter www.filmscanner.info einen Digitalisierungsservice für Filme und Fotos aller Art an. FOTO DIGITAL hat mit Geschäftsführer Patrick Wagner gesprochen und ein paar interessante Antworten bekommen.
Worin unterscheidet sich Ihr Scanservice von der Konkurrenz?
ScanDig besitzt mehr als elf Jahre Erfahrung in der Digitalisierung alter Fotoschätze und weiß auf die Anforderungen der Kunden einzugehen. Wir scannen Dias und Negative aller Art in hoher Qualität und zu fairen Preisen. Dabei kommen meist die leistungsstarken Scanner von Hasselblad und Nikon zum Einsatz, die wir in unserem Online-Experten -Infos Shop unter www.scandig.de übrigens auch als Neuware zum Verkauf anbieten.
Wie teuer ist ein guter Dia- und Filmscanner?
Low-Cost-Scanner haben oft sehr große Defizite bei der Bildqualität. ScanDig verkauft aus diesem Grund ausschließlich höherwertigere Modelle, mit denen sich zufriedenstellende Ergebnisse erzielen lassen. Der Preis eines solchen Filmscanners beginnt bei rund 250 Euro und ist nach oben hin offen. Professionellen Fotografen empfehlen wir einen Nikon-Scanner ab 2.000 Euro.
Was sollte man beim Kauf eines Filmscanners beachten?
Ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Kriterium ist die automatische Staub- und Kratzerentfernung, auch kurz „ICE“ genannt. Die Auflösung sollte mindestens 3.000 dpi betragen, wobei der auf der Verpackung angegebene Wert leider oft ein reiner Marketing-Gag ist. Allgemein kann man sagen: Je günstiger der Scanner, desto höher die Abweichung von der Nominalauflösung. Ein großer Dichteumfang spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle.
Wie schnell verschmutzt der Bildsensor?
Das hängt stark von der Nutzung des Scanners ab. Natürlich sollte man Dias und Negative vor dem Digitalisieren gründlich säubern. Hierfür hat ScanDig vom Anti-Staub-Spray über Antistatikbürsten bis hin zu kompletten Reinigungssets verschiedene Produkte im Angebot. Da sich Staub aber niemals komplett vermeiden lässt, reinigen wir unsere Scanner vorsorglich etwa einmal im Monat mit gefilterter Druckluft.
Dieser Beitrag wurde in Ausgabe 5-6/2010 der FOTO DIGITAL veröffentlicht. Sie können die Zeitschrift hier zum Vorzugspreis von 39,90 Euro (1 Jahr mit 6 Ausgaben; Auslandspreis 50,40 Euro) abonnieren. Als kleines Dankeschön bekommen Sie von uns ein tolles Geschenk. Mehr zur aktuellen Prämie finden Sie auf unserer Abo-Seite.
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