Panasonic Lumix DMC-LX5 im Test: Kompakter Kreativprofi
Klein, aber oho: Die von Panasonic als „Premium-Kompaktkamera“ angepriesene Lumix DMC-LX5 kostet mit knapp 530 Euro eine ordentliche Stange Geld, bietet dafür allerdings moderne Technik und zahlreiche Funktionen, die kreative Fotografen begeistern werden.
Als lang ersehnte Nachfolgerin der im Sommer 2008 vorgestellten Lumix DMC-LX3 verfügt die DMCLX5 in erster Linie über ein „neu konstruiertes Objektiv“. Obwohl dieses fest eingebaut und somit nicht wechselbar ist, sollen dank manueller Einstellmöglichkeiten selbst anspruchsvolle Fotografen voll auf ihre Kosten kommen. Für Laien sowie Nutzer, die sich ausschließlich auf das Motiv konzentrieren möchten, steht hingegen ein intelligenter Automatikmodus zur Verfügung. Jenseits der Preisgrenze von kompakten Einstiegsmodellen sagt Panasonics jüngster Wurf der LX-Serie somit vor allem den Bridgekameras den Kampf an.
Technik

Große Zubehörpalette: Panasonic bietet für die Lumix DMC-LX5 einige (leider nicht ganz preiswerte) Erweiterungen an
Wie bei der Vorgängerin setzte der Hersteller auch diesmal auf einen CCDSensor mit 8×6 mm (1/1,63-Zoll), der konventionelle Kompaktkamera-Sensoren Panasonic Lumix DMC-LX5 Kompakter Kreativprofi Klein, aber oho: Die von Panasonic als „Premium-Kompaktkamera“ angepriesene Lumix DMC-LX5 kostet mit knapp 530 Euro eine ordentliche Stange Geld, bietet dafür allerdings moderne Technik und zahlreiche Funktionen, die kreative Fotografen begeistern werden in puncto Größe und Bildqualität übertrumpft.Außerdem erreicht er jetzt eine Lichtempfindlichkeit von bis zu ISO 12.800, wobei die Auflösung dann von maximal 10,1 auf drei Megapixel verringert wird, um das Bildrauschen zu reduzieren. Neu ist außerdem das Objektiv „DC Vario Summicron“ aus dem Hause Leica, welches einen erweiterten Brennweitenbereich von 24 mm Weitwinkel bis 90 mm Tele (entsprechend Kleinbild) abdeckt und einen 3,8-fachen optischen Zoom ermöglicht. Im Vergleich zu kompakten Superzoom-Kameras bedeutet das deutliche Einschränkungen, dennoch wird der wichtige Brennweitenbereich von Weitwinkel bis Porträt gut abgedeckt. Nimmt der Nutzer einen leichten Schärfeverlust in Kauf, kommt im „intelligenten Automatikmodus“ ein fünffacher Digitalzoom hinzu.
Mit einer größtmöglichen Blendenöffnung von F2,0 ist das Objektiv besonders lichtstark. Die Verschlusszeit kann entweder automatisch oder variabel zwischen einer Viertausendstelsekunde und einer Minute eingestellt werden. Für längere Belichtungen (15, 30 oder 60 Sekunden) gibt es alternativ auch einen Sternenhimmel-Modus. Ein optischer Bildstabilisator namens „Power O.I.S.“ mit beweglich gelagerter Linse vermeidet kleinere Verwacklungen effektiv, die ein sonst gelungenes Foto oft zerstören können. Darüber hinaus ist die Lumix DMC-LX5 mit einem Zubehörschuh ausgestattet, auf den sich ein elektronischer Live-View- Sucher, ein optischer Sucher oder ein externes Blitzgerät aufstecken lässt. Je nach vorgenommener Einstellung kann der Nutzer im JPEG- oder RAW-Format fotografieren und HD-Videos (AVCHD Lite) in 720p-Qualität aufzeichnen. Full- HD ist bei dieser Kamera also noch nicht an Bord. Während Filmaufnahmen sind verlangsamte Zooms möglich – das Ein-und Ausfahren des Objektivs im Videomodus ist dennoch geringfügig auf der Tonspur zu hören. Mit der mitgelieferten Software „PhotoFunStudio“ können die Aufnahmen am Rechner abgespielt und bearbeitet werden.
Bedienung
So abschreckend die zahlreichen Knöpfe und Regler auf manche Laien zu Beginn auch wirken mögen: Die Bedienung der LX5 ist im Endeffekt ziemlich einfach – zumindest dann, wenn man die Abkürzungen und Symbole auf dem Modus-Wahlschalter versteht. Einsteiger sollten vor dem Fotografieren also einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Wer sich ohnehin nicht selbst um die Einstellungen kümmern möchte, kann getrost auf den Automatikmodus („iA “) zurückgreifen, in dem die Kamera selbstständig das Motiv scharf stellt (Autofokus mit wählbarem Messbereich) und sämtliche Werte bestimmt. Bei schlechter oder unzureichender Beleuchtung hellt der ausklappbare Blitz einen kleinen Bereich vor der Kamera auf. Wesentlich mehr Einfluss auf das Bildergebnis erlauben die halbautomatischen AE-Modi mit Blenden- und Verschlusszeitenpriorität. Ambitionierte Fotografen, die dagegen volle Kontrolle über die Aufnahmeparameter haben wollen, können neben der Belichtung (Korrektur in Drittel-Schritten), Blende und Verschluss-zeit sogar das Seitenverhältnis (1:1, 4:3, 3:2 oder 16:9) sowie die Schärfe manuell einstellen. Dies geschieht in den beiden letzten Fällen mithilfe des entsprechenden Schalters am Objektiv, ansonsten hauptsächlich über ein Rändelrad auf der Rückseite, das aus unserer Sicht jedoch etwas zu klein und schwergängig geraten ist. Immerhin sind häufig verwendete, benutzerspezifische Einstellungen individuell in zwei Modi (C1 und C2) speicherbar.
Positiv aufgefallen ist uns auch die kurze Aufwachzeit: Vom Einschalten bis zum ersten Foto vergehen bei guten Lichtverhältnissen gerade einmal zwei Sekunden. In der Dämmerung und Dunkelheit ist die Auslöseverzögerung etwas höher. Per Micro-USB-Port können die Aufnahmen komfortabel auf einen PC und ein Notebook übertragen oder auf einem Fernseher betrachtet werden. Die benötigten Kabel sind im Lieferumfang enthalten. Für die Wiedergabe über ein HDMI-fähiges Display hält die Lumix DMC-LX5 zudem einen Mini-HDMI-Ausgang bereit. Das Menü an sich ist erfreulicherweise sehr übersichtlich aufgebaut und bietet im Szenenmodus hilfreiche Beschreibungen zu den verschiedenen Programmen. Mit der LX5 spielt der Technikbegeisterte gerne herum – immer wieder entdeckt man neue praktische Funktionen am Gerät. 
Kreativprogramme
Der Szenenmodus ist auf dem Wahlschalter als „SCN“ abgekürzt. Hier stehen dem Fotografen von verschiedenen Porträts über Baby- und Tierfotografien bis hin zu Landschaftsaufnahmen insgesamt 23 Programme zur Verfügung. Ein Panorama- Assistent erleichtert zudem das Erstellen und spätere Zusammenfügen einzelner Bilder. Ebenso bietet der Szenenmodus entsprechende Funktionen für Aufnahmen am Strand, im Schnee oder in der Dunkelheit, wobei die Kamera – je nach Auswahl – automatisch die Unterbelichtung des Objekts bei starkem Gegenlicht mithilfe des Blitzes verhindert, einen Weißabgleich vornimmt oder die Belichtungszeit erhöht. Das Sportprogramm sowie das Serienbildfeature mit zweieinhalb Aufnahmen pro Sekunde ermöglichen zudem das Einfangen von sich schnell bewegenden Objekten. Serienbilder sind zwar auch in Verbindung mit Blitzlicht möglich, dann allerdings mit einer niedrigeren Aufnahmefrequenz. Im Modus „Meine Farben“ (Farbteller- Symbol) kann der Nutzer einen von zwölf verschiedenen Farbmodi auswählen. Dazu gehören beispielsweise das High-Dynamic-Range-Programm, die Schwarz- Weiß-Umwandlung (Dynamisch B&W), der Lochkamera-Effekt, die Monochrom- Funktion sowie die Sepiatönung für Retroaufnahmen. Auf Wunsch lassen sich im benutzerspezifischen Modus die Farb-,Helligkeits- und Sättigungswerte manuell über die auf dem Display eingeblendeten Regler anpassen.
Bildqualität
Die Größe des eingebauten CCD-Bildsensors macht sich vor allem bei der Bildqualität positiv bemerkbar: Trotz einer verhältnismäßig geringen Auflösung von 10,1 Megapixeln punktet die Lumix DMC-LX5 mit einer hohen Detailtreue und zeichnet bis zu einem gewissen Punkt sogar feine, nah beieinanderliegende Konturen scharf durch. Lediglich die Randschärfe von fotografierten Motiven könnte etwas besser sein.
Das Bildrauschen hält sich in Grenzen und tritt bei herkömmlicher Zimmerbeleuchtung nur gemäßigt auf. Allerdings hat die Kamera vor allem bei harten Kontrastübergängen mit JPEG-Kompressionsartefakten zu kämpfen. Dem kann der Nutzer jedoch entgegenwirken, indem er einfach im RAW-Modus fotografiert. Hier genügt die LX3-Nachfolgerin sogar professionellen Ansprüchen. Das lichtstarke Objektiv liefert in Verbindung mit der Makrofunktion sensationelle Nahaufnahmen. Selbst im A3-Format ausgedruckte Makrofotos konnten uns auf Anhieb überzeugen. Die direkte Formatumschaltung zwischen 1:1, 4:3, 3:2 und 16:9 wird ebenfalls mit einem Pluspunkt belohnt. Auf Wunsch knipst das Gerät ein Foto automatisch in allen vier Formaten. Im Weitwinkel sind asymmetrische Verzeichnungen zu erkennen, die uns jedoch kaum störten. Die Farbwiedergabe weist einen leichten Hang zur Übersättigung auf, gelingt aber dennoch gut. Farbsäume sind für die Kamera praktisch ein Fremdwort. Obwohl man „nur“ mit maximal 720p filmen kann, sehen die Videos im Vergleich zur Full-HD-kompatiblen Canon IXUS 1000 HS wesentlich knackiger aus. Wir wagten sogar die Montage der Kamera an einem ferngesteuerten Hubschrauber und holten im „Luftbild“-Modus eine erstaunlich gute Qualität heraus. Das passende Video finden Sie auf unserer Internet-Seite www.digital.eu/foto/videos.
Fazit
Die Panasonic Lumix DMC-LX5 ist weitaus mehr als eine digitale Kompaktkamera: Mit ihren umfassenden Einstellmöglichkeiten, dem Zubehörschuh sowie der überragenden Bildqualität im RAWFormat gräbt sie sicherlich so mancher Bridgekamera das Wasser ab und eignet sich zudem als handliches Zweitgerät für überzeugte DSLR-Fotografen. Dank kurzer Einschaltzeit sind selbst Schnappschüsse kein Problem. Die Vorzüge spiegeln sich aber leider im Preis wider: Stolze 529 Euro kostet das neue Lumix-Modell. Mit ein wenig Zubehör wie einem optischen Sucher (digital am Blitzschuh verbunden) sowie einem Zusatzblitz ist sogar die 1.000-Euro-Marke schnell geknackt. Insgesamt stach die Kamera insbesondere bei der Bildqualität und den Kreativfunktionen aus der Masse heraus und hat sich das FOTO DIGITAL -Qualitätssiegel „Sehr gut“ verdient.
Dieser Beitrag wurde in Ausgabe 1-2/2011 der FOTO DIGITAL veröffentlicht. Sie können die Zeitschrift hier zum Vorzugspreis von 39,90 Euro (1 Jahr mit 6 Ausgaben; Auslandspreis 50,40 Euro) abonnieren. Als kleines Dankeschön bekommen Sie von uns ein tolles Geschenk. Mehr zur aktuellen Prämie finden Sie auf unserer Abo-Seite.
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